Warum exotische Pflanzen?
Herbert Riphagens Interesse an exotischen Pflanzen entstand bereits in jungen Jahren. Er wurde in Rantepao auf Sulawesi in Indonesien geboren, wo seine Eltern in der Entwicklungsarbeit tätig waren. Seine tropische Kindheit weckte schon früh sein Interesse an Palmen und tropischen Pflanzen. Daraus entstanden auch die vielen Jahre, in denen er nach seiner Schulzeit vor allem durch Südostasien und Südamerika reiste.
Eine bleibende Faszination
Exotische Pflanzen begeistern durch die enormen Unterschiede zwischen Arten, Herkünften und Wuchsformen. Herberts wahre Liebe gilt den eher tropischen Palmenarten und Pflanzen. Er empfindet diese Pflanzen als schöner, vielfältiger und schwieriger zu kultivieren und damit auch als anspruchsvoller.
Gerade die Suche nach Pflanzen, das Kennenlernen ihrer Herkunft und das Verfolgen ihrer Entwicklung machen diese Pflanzengruppe für ihn interessant. Die Faszination liegt daher nicht nur im späteren Erscheinungsbild einer Pflanze, sondern auch in dem Prozess, der diesem vorausgeht.
Selbst entdecken und aufziehen
Mitte der neunziger Jahre kam Herbert mit seiner damaligen indonesischen Frau in die Niederlande. Er wollte hier seinen eigenen exotischen Garten anlegen, doch diese Pflanzen waren damals über das Internet kaum erhältlich. Deshalb begann er selbst Saatgut zu kaufen und dieses auf dem Dachboden keimen zu lassen.
Zunächst handelte es sich hauptsächlich um Palmensamen. Das Hobby wuchs jedoch so schnell, dass Ende der neunziger Jahre bereits Zehntausende Sämlinge vorhanden waren, für die sich auch Palmenzüchter in Spanien und Italien interessierten.
Für Herbert ist das selbstständige Keimenlassen und Aufziehen von Pflanzen ein wichtiger Teil seiner Begeisterung für exotische Arten. Eine Pflanze, die nicht erhältlich ist, lässt sich manchmal dennoch aus Saatgut heranziehen. Das erfordert Zeit, Aufmerksamkeit und Geduld, macht das Ergebnis aber auch besonders.
Die frühere Unbekanntheit winterharter Palmen
Ende der neunziger Jahre hielten viele Menschen es für unvernünftig, dass Herbert Palmen importierte. Fachleute waren der Ansicht, dass er das Ganze viel zu groß anging, da der Markt für diese Pflanzen nicht groß genug sein würde.
Diese Zweifel entstanden vor allem dadurch, dass viele Menschen damals noch nicht wussten, dass bestimmte Palmenarten winterhart sind. Später zeigte sich, dass Herbert den richtigen Weg eingeschlagen hatte. Das Interesse an winterharten Palmen wuchs und immer mehr Menschen entdeckten, dass manche exotischen Pflanzen auch in einem europäischen Klima gehalten werden können.
Eine neue Generation von Pflanzenliebhabern
Der Pflanzenmarkt verändert sich ständig. Seit der Coronazeit beschäftigen sich laut Herbert immer mehr Menschen, darunter insbesondere viele junge Menschen, auf ihre eigene Weise mit Pflanzen.
Junge Menschen ohne Garten oder Balkon kaufen beispielsweise einen Plug-and-play-Pflanzenschrank, in dem sie die Luftfeuchtigkeit, die Temperatur und sogar die Farbe des Lichts selbst regulieren können. So erschaffen sie sich zu Hause ihren eigenen Dschungel, ohne dafür Reptilien halten zu müssen. Laut Herbert gibt es kaum etwas Schöneres als eine eigene Dschungelwand mit selbst ausgewählten Pflanzen.
Ein wachsender und sich verändernder Markt
Durch die milderen Winter werden auch im Freien immer mehr exotische Pflanzen eingesetzt. Gleichzeitig wächst das Interesse an tropischen Arten, die im Haus, in einem Gewächshaus oder an einem geschützten Standort gehalten werden können.
Das Pioniertum rund um Palmen brachte laut Herbert später auch ein Problem mit sich. Als sich Palmen von einem Liebhaberprodukt zu einem massenhaft angebotenen Gartenartikel entwickelten, verlagerte sich der Schwerpunkt immer stärker von Liebe und Interesse hin zu Marketing und Geld.
Für Herbert liegt die wahre Faszination weiterhin in der Pflanze selbst: in ihrer Herkunft, ihrer Entwicklung, der Herausforderung ihrer Aufzucht und der Geschichte hinter einer Art.
Etwas Schönes teilen
ExoticsAtHome möchte diese Begeisterung teilen, indem Wissen und eigenes Bildmaterial zur Verfügung gestellt werden und vor allem versucht wird, Pflanzen anzubieten, die andere nicht haben. Dadurch können sowohl erfahrene Sammler als auch neue Pflanzenliebhaber besondere Arten und die Geschichten dahinter kennenlernen.
Wie schön ist es, etwas Schönes zu teilen.